Folge 9: Brigitte Kren - Wie schafft man nach 30 Jahren Brotberuf den Sprung in den Traumjob?
Shownotes
Schauspielerin Brigitte Kren hat mit 50 Jahren den mutigen Schritt gewagt, ihren sicheren Brotberuf aufzugeben und die Schauspielerei, die sie schon viele Jahre nebenbei ausübte, zu ihrem Hauptberuf zu machen. Ihr beruflicher Neustart war damit keine neue Karriere von null, sondern der Schritt, ihren langjährigen Traum endlich ganz zu ihrem Beruf zu machen.
Bekannt ist Brigitte Kren aus Serien wie „SOKO Donau“ und „Vier Frauen und ein Todesfall“ sowie aus Produktionen wie „Freud“ und „Dancing Stars“. Was viele nicht wissen: Mehr als drei Jahrzehnte lang arbeitete sie als medizinisch-technische Assistentin (MTA), unter anderem im Wiener AKH in der Hormon-Abteilung unter Prof. Dr. Dr. Huber. Ein sicherer Beruf, der für finanzielle Stabilität sorgte, während sie parallel ihre ersten Erfahrungen am Theater und später beim Film sammelte.
Erst als ihr Sohn zu studieren begann und die Pflichten als Mutter weniger wurden, gab sie ihren Brotberuf auf. Warum sie diesen überhaupt ergreifen musste, hatte mit ihrem Vater zu tun: Als Hofrat bei der Landesregierung hatte er mit Kunst und Kultur wenig am Hut und verbot ihr, eine Ausbildung am Reinhardt Seminar zu machen.
In dieser Folge sprechen wir darüber,
- warum Brigitte Kren eigentlich Balletttänzerin werden wollte und warum daraus nichts wurde
- wie sie bereits mit zehn Jahren am Linzer Landestheater entdeckt wurde
- wann aus dem Wunsch, Schauspielerin zu werden, ein konkreter Traum wurde
- warum ihr Vater ihr den Weg ans Reinhardt Seminar verbot
- warum sie sich nach der Matura für die Ausbildung zur MTA entschied
- wann sie erstmals Zweifel hatte, dass der Beruf der MTA dauerhaft das Richtige für sie ist
- wie sie trotz Dreifachbelastung aus Beruf, Familie und Schauspiel ihre Ziele verfolgt hat
- was der Brotberuf für sie bedeutet hat und was sie daraus fürs Leben mitgenommen hat
- warum sie mit 50 und nach dem Angebot von „Vier Frauen und ein Todesfall“ zunächst Bedenken hatte, ihren sicheren 9-to-5-Job aufzugeben
- warum sie beim beruflichen Neustart nie an ihr Alter gedacht hat – und warum genau das für sie ein Geheimnis des Jungbleibens ist
- was „Stehzeiten“ in ihrem Schauspielberuf bedeuten und warum sie diese ihre „Spaghettijahre“ nennt
- warum man bei der Suche nach einem Brotberuf keine Standesdünkel haben sollte
- warum ein Mentor oder eine Mentorin und gute Unterstützer bei einem beruflichen Neuanfang so wichtig sind
Ein Gespräch über berufliche Veränderung, berufliche Neuorientierung, zweite Karrieren, Quereinstieg, Karriere mit 50, Frauen 50+, Sichtbarkeit und den Mut, neue berufliche Wege zu gehen.
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Denn: Es ist nie zu spät für berufliche Veränderung – oder sogar für den Traumjob.
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Brigitte Krens Biografie „Und weiter geht die wilde Jagd” ist bei Ueberreuter erschienen.
Im November debütiert sie an der Wiener Staatsoper und ist als Herzogin von Krakentorp in der Oper „La Fille du Régiment” zu sehen. Karten dafür gibt es hier.
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00:00:03:
00:00:22: Herzlich willkommen bei Why Don't You, der Podcast für die bürgufliche Veränderung in der Mitte des Lebens.
00:00:27: Mein heutiger Gast muss ich eigentlich gar nicht vorstellen weil man kennt sie einfach, sie ist Schauspielerin.
00:00:33: Man kennt sie unter anderem von Soko Donau, von Für Frauen einen Todesfall aber auch von Dancing Stars oder auch Netflix Produktionen wie Freud.
00:00:43: Herzlich Willkommen Brigitte Krenn.
00:00:45: Danke für
00:00:46: die Einladung,
00:00:47: ich freue mich sehr.
00:00:48: Frau Krenn Sie sind heute unter anderem da weil ich Ihre berufliche Geschichte so unfassbar faszinierend finde.
00:00:55: das wissen nämlich ganz viele Leute nicht.
00:00:58: sie schreiben es zwar auch in ihrem Buch aber in meinem Freundeskreis war das nicht so bekannt.
00:01:02: sie haben dreißig Jahre neben der Schauspielerei einen Brotberuf gearbeitet und mit fünfzig haben sie gesagt so jetzt nur mehr Schauspillerei Nur mehr der Traumberuf.
00:01:11: Darüber müssen wir sprechen, weil das einfach superspannend ist.
00:01:14: Aber meine allererste Frage, die ich jeden Gast stelle, ist was können Sie heute beruflich besser als mit dreizig?
00:01:23: Der hat das spielen.
00:01:24: durch die Routine wird man einfach besser.
00:01:27: Irgendwann kam es.
00:01:29: Ich erinnere mich an meine Anfangszeiten.
00:01:33: Die waren eher nicht hervorragend aber Ich habe mir so Videos angeschaut von damals, also Verbesserungsbedürftig.
00:01:44: Aber jetzt kann ich es heute.
00:01:46: Ich fürchte, dass ich jedem so ... Wenn ich mir die erste Podcast-Volga anhör, merke ich auch schon einen Unterschied zu jetzt deswegen aber ich hab ja ihr Buch wirklich verschlungen.
00:01:56: Es war sehr spannend, wie Sie ihr Leben beschreiben.
00:01:59: Aber eben auch diese ganzen beruflichen Umwege, die sie gegangen sind ... Sie haben ja schon sehr früh gewusst, dass die Bühne ihres ist und in dem Buch beschreiben Sie auch, Sie wären mit zehn das erste Mal auf der größeren Bühnen in Linz, Tod im Apfelbaum ein Stück.
00:02:14: Ich kannte es vorher nicht, muss ich gestehen.
00:02:17: War das eher so ein Kindertraum oder wussten Sie schon wirklich genau das ist meins?
00:02:21: Nein, über zwei überhaupt kein Traum!
00:02:23: Mein Traum war es Ballettänzerin zu sein weil ich ja seit meinem dritten Lebensjahr in die Paletteschule gegangen bin.
00:02:31: Und ich wollte einfach klassische Tänzerin werden, aber der Körper, der meiner Vorfahren und auch meiner hat nicht dazu gepasst.
00:02:41: Weil Schwanensee mit Körbchengröße D wirkt nicht so wahnsinnig gut!
00:02:47: Also war das mit der Palette-Tänzerinn obsolet.
00:02:53: Aber ich wollte eigentlich nie Schauspielerin werden, ich hab's einfach können.
00:02:59: Ich bin als Ballettdänzerin im Landesteatereleven gewesen und habe mich vor einer Tür angestellt, wo eine ganze Gruppe von zehnjährigen Kindern gestanden ist – ich hab gar nicht gewusst, um was es geht!
00:03:18: Und als die Tür aufging hat mich der Regisseur wie sich nachher rausgestellt hat, wo das der Regisseur gefragt war, was ich kann.
00:03:26: Und die haben angeschaut und hab gesagt alles.
00:03:29: Dann hat er gesagt ... Die ist es!
00:03:32: Und dann ist er mit mir zu meiner Mutter gegangen und hat gefragt, ob ich die Hauptrolle in diesem Stück spielen will?
00:03:38: Und die Mutter hat gesagt ja warum
00:03:40: nicht?!
00:03:41: Das habe ich gemacht aber ich kann nicht sagen dass das mein Traum war.
00:03:46: Der Traum, das zu machen kam erst so zwischen sechzehn, siebzehn und achtzehn.
00:03:53: Weil ich mir gedacht habe ... Das wär was für mich!
00:03:57: Ich durfte aber dann nicht ins Reinhard-Seminar gehen und hab eben dieses Kurzstudium der Medizintechnikerin gemacht.
00:04:05: Ich hab immer gedacht weg von Linz auf in die Hauptstadt und ich wär's schon schaffen.
00:04:12: Warum durften Sie das Reinhards Seminar nicht machen?
00:04:15: Mein Vater war damals Hofrat bei der Landesregierung ein Techniker und hat mit Kunst und Kultur überhaupt nichts am Hut gehabt.
00:04:23: Technik und Natur, das waren seine Domänen Und damals war es nicht so dass man bei Kindern auf die Talente schaut.
00:04:36: Das ist glaube ich heutzutage besser.
00:04:40: Na gut, ihr habt's trotzdem geschafft.
00:04:44: Warum Medizintechnikerin?
00:04:46: hätte es irgendeinen Brotberuf gegeben, der vielleicht ein bisschen näher an dem Künstlerischen ist?
00:04:52: Nein.
00:04:53: Eigentlich nicht!
00:04:54: Mein Cousine hat damals MTA in Graz gemacht und er hat das sehr gut gefallen.
00:05:00: Und ich war ratlos weil für mich gab's nur das Reinhard-Seminar und kein Plan B. Und die haben mir gedacht, na gut mach' ich halt das... Nolens-Wolens halt gemacht.
00:05:16: Wann kamen so die ersten Zweifel, dass sie das nicht ein Leben lang machen wollen?
00:05:22: Sofort!
00:05:22: Wie ich das erste Blutrödel gesehen habe, hab ich mir gedacht, na seh was... Die nehme ich war in diesem ersten Labor und die hat gesagt, nein, das mach' ich nicht.
00:05:34: Hat ihren weißen Arbeitsmantel hingeknallt am Boden Und ich hab sie bewundert.
00:05:39: Ich war aber durch diese strenge Vatererziehung Habe ich nicht den Mut gehabt, das auch zu tun.
00:05:46: Er hat es immerhin finanziert und ich war froh weg von Linz zu sein, weg von daheim und irgendwie frei zu sein.
00:05:56: Und jetzt habe ich mir gedacht na gut Ich mache's einfach und irgendwann wird das Leben schon anders werden.
00:06:03: Also ich hab so drauf losgelebt
00:06:06: Und Sie haben sich auch dem Jazzstudium gewidmet, wie Sie das im Buch beschreiben.
00:06:10: Was ja übersetzt heißt?
00:06:12: Sie sind sehr viel ausgegangen.
00:06:13: Fast täglich und dort ... Ich hab diese Musik geliebt.
00:06:18: Also, Jazz muss man sich wirklich erarbeiten.
00:06:23: Jazz ist so fast eine Wissenschaft.
00:06:25: Am Anfang gefällt's halt nicht.
00:06:27: Dann kommt man so rein und dann habe ich dort Swing-Tanzen gelernt Und das war dann schon meinem Bühnenberuf sehr ähnlich, dort zu tanzen.
00:06:40: Weil ich hab gut getanzt und ... Das war halt meine große Freude.
00:06:45: Waren gab's so die ersten Anknüpfungspunkte?
00:06:48: Dass sie auch eine Schauspiel-Ausbildung lebendig gemacht haben und später in der freien Theater-Szene gearbeitet haben?
00:06:54: Ja, das ist erst so.
00:06:56: mit fünfundzwanzig, sechsundzwantzig.
00:07:00: habe ich diese private Ausbildung gemacht, was sehr anstrengend war.
00:07:06: Weil ich ja nebenbei gearbeitet hab und da habe ich so private Lehrer ausprobiert Und es ist einfacher in eine Schauspielschule zu gehen wo man Häuser unter Anhut hat, ich hab das so zitzelweise mehr erarbeiten müssen.
00:07:32: Und die Zeit wo Sie als medizintechnikerin gearbeitet haben dann Schauspieler Ausbildung gemacht hatten auch noch einen kleinen Sohn?
00:07:46: Das war eigentlich keine Doppelsone, sondern eine Dreifachbelastung.
00:07:49: Können Sie so einen typischen Tag beschreiben wie das damals war?
00:07:52: und wir haben sie durchgehalten.
00:07:53: was hat sie durchhalten lassen?
00:07:58: Ich glaube, der Zorn war der Hauptmotivator.
00:08:02: Das ist immer ein guter Motivator?
00:08:04: Zorn und Hut!
00:08:04: Zorn-und-Hut ist sehr stark wenn man was erreichen will.
00:08:09: ich glaube es fast das stärkste.
00:08:12: Liebe vielleicht auch aber in meinem Fall war das der Zorns
00:08:18: dass mein Vater nicht meinen Talenten gefolgt
00:08:22: ist
00:08:22: und ich mir das selber erarbeiten habe müssen.
00:08:27: Das war mein Motivator.
00:08:29: In der Früh aufstehen, das Kind in den Kindergarten bringen ... ins AKH gehen.
00:08:39: Dann hab ich sehr nette Kolleginnen gehabt dort.
00:08:42: Die haben oft meine Versuche fertiggemacht.
00:08:46: Ich bin heimlich früher gegangen, weil mein Chef sehr lieb war und meine Theaterambitionen gutiert hat.
00:08:56: Und dann ... hat meine Mutter den Sohn abgeholt vom Kindergarten.
00:09:00: Ich bin zur Probe gegangen, wo die Kollegen schon beim ersten Chicksessen sind, beim Frühstückskaffee und ich hab schon acht Stunden hinter mir geguckt.
00:09:12: Und dann war am Abend die Vorstellung also so.
00:09:17: aber ich muss dazu sagen das war nicht immer, das waren so fünf sechs Produktionen im Jahr.
00:09:23: dazwischen habe ich ein normales Leben geführt, normal unter Anführungszeichen.
00:09:28: Zu kurzer Erklärung war sie gesagt am AKH.
00:09:30: Sie waren damals ja in der Hormonabteilung vom Professor Dr.
00:09:33: Dr.
00:09:33: Huber.
00:09:35: Was waren das auch Aufgaben, die sie gemacht haben?
00:09:37: Hat irgendetwas daran, sie interessiert?
00:09:39: Hatten sie an irgendwas was wir da gemacht haben Freude oder war das wirklich nur ich mache meine acht Stunden um Geld zu verdienen weil die Freiheit hat dass sie nicht.
00:09:47: hat er damals wenig Geld gebracht oder kaum Geld oder gab es irgendwas wo sie sich etwas draus mitnehmen konnten?
00:09:56: Zu siebzig Prozent war es ein Bruderwerb, aber es hat einen Kapitel gegeben das ich sehr gern gemacht habe und zwar im Operationssaal die Schilddrüsen-Operationen.
00:10:10: Da fährt man mit einem kleinen Labor hinauf in die Operationsabteilung und die Schielddrüßen-Oparation sind sehr interessant weil Der Operateur der Kirurg öffnet den Hals, findet den Tumor, schneidet ihn raus und währenddessen bestimme ich die Blutwerte.
00:10:32: Und wenn ein bestimmter Wert ist das sogenannte PTH-Wert runtergeht dann weiß der Operateur er hat den ganzen Tumore erwischt.
00:10:42: Das war erstens spannend und zweitens sehr sinnvoll weil da bin immer irgendwie wichtig vorgekommen und der Beruf hat für mich einen Sinn ergeben.
00:10:55: Denn im Labor, das ist sicher ein schöner Beruf aber man ist nicht mit Menschen zusammen sondern nur mit Röderln.
00:11:02: Und oben im Operationsall war das irgendwie abenteuerlich und sinnvoll für mich.
00:11:09: Sie sind auch manchmal misgeschickt passiert weil sie halt den ganzen Abend im Täter waren und am nächsten Tag wieder früh in die andere Arbeit zum Brot erwerben mussten?
00:11:19: Nein, Missgeschicke darf man sich in den Berufen nicht erlauben.
00:11:23: Da geht es eh an was.
00:11:25: Aber wenn man jung ist, Kaffee trinken, duschen auf in die Arbeit und konzentriert arbeiten.
00:11:33: Also ich könnte nichts sagen, dass mal etwas Unangenehmes passiert ist.
00:11:37: Ja auch einmal im Operationzahl ist das gesamte Labor ausgefallen.
00:11:42: Das war ein bisschen peinlich aber da kann ja nix dafür, das war der Maschin!
00:11:47: Wann kamen so die ersten Zweifel, dass sie diesen Brotberuf nicht ewig machen können und dass Sie sich langfristig vielmehr auf die Schauspielerei konzentrieren wollen?
00:11:58: Naja während mein Sohn in die Mittelschule gegangen ist hat sich die Frage nicht ergeben.
00:12:04: Natürlich, ich wollte immer weg aber es ist auch aus finanziellen Gründen nicht gegangen Und mit fünfzig habe ich dann ein Angebot gekriegt als vier Frauen und ein Todesfall, die Serie.
00:12:20: Und gleichzeitig hat mein Sohn fertig studiert Wirtschaft und ich war sozusagen meiner Mutter Pflichten entledigt.
00:12:29: Und die haben mir gedacht, na das ist jetzt ein guter Zeitpunkt!
00:12:33: Dann hat eine Kollegin, die nicht mehr gesessen ist, zu mir gesagt, herst geht ihr jetzt gehe endlich?
00:12:40: Das war so nett.
00:12:41: Ich bin ja heute noch dankbar, weil es ist schon ein Unterschied von einem Nein-to-Five Job wo man genau weiß, man kriegt so und zu viel am Ende des Monats und dann in die Kultur einzusteigen.
00:12:58: Also ich habe eine Freundin, die ist junge Schauspielerin Die kämpft wortwörtlich mit dem Rotz, weil so wenig zahlt wird.
00:13:07: also da ist sie damals noch besser gewesen
00:13:11: Warum?
00:13:12: Also, Sie haben mit ... Fünfzig haben sie ja dann gekündigt im AKH.
00:13:17: Wie war der letzte Tag im AKK?
00:13:21: Eine Befreiung oder ... Einfach nur ein Kapitel, das sich geschlossen hat?
00:13:26: Das kann ich jetzt gar nicht so sagen, weil ich war oft auf Karenz, wenn ich zum Beispiel auf Tournee war und Karenz angesucht.
00:13:37: Es war nicht so wahnsinnig befreiend.
00:13:41: Nein, das war ein ganzer Trockener letzter Tag.
00:13:43: Ich kann mich gar nicht mehr erinnern mit Sekt und Brötchen und so.
00:13:48: aber es war relativ unspektakulär weil ich schon wieder den Text von vier Frauen und ein Todesfall im Kopf gehabt habe.
00:13:56: Das war jetzt nicht so ein abrupter Schnitt.
00:14:02: Und dieser Moment wo man dann also sie sind in einem Alter in den anderen Beruf vollzeit eingestiegen, wo es vielen Leuten so geht dass sie vielleicht mehr auf Sicherheit setzen.
00:14:14: Ich kenne Leute immer wenn sie älter werden das ja auch mal sagen, jetzt kündige ich auch nicht mehr weil mir ist das Geld wichtig oder ich gehe bald in Rente.
00:14:22: und es ist auch nochmal das Alter wo viele Kolleginnen sagen die interessanten Rollen wären für Frauen weniger.
00:14:30: Wie hat sich das für Sie angefühlt, genau in diesem Alter zu sagen, dass es jetzt mein Hauptjob ist?
00:14:35: Lustigerweise.
00:14:36: Lustig, dass Sie das fragen!
00:14:38: Ich habe nie an meinen Alter gedacht.
00:14:40: Ich glaube, das ist das Geheimnis, möglichst lange jung zu bleiben.
00:14:46: Mich hat es erst jetzt gehabt mit siebzig.
00:14:49: Das Siemer hat mich ein bisschen erwischt.
00:14:51: Aber bis siebzehnt ...
00:14:54: wie alt bin ich?
00:14:55: Keine Ahnung.
00:14:56: Ich hab's oft gar nicht gewusst.
00:15:01: Es war mir egal.
00:15:02: Und ich bin wirklich gesegnet, das ist halt ein Gengeschenk, dass ich sehr sportlich bin und neugierig ... Ja, egal was kommt, ich schaffe es so.
00:15:17: Ich glaube da hat mich meine Mutter gut erzogen.
00:15:22: Also die Kraft, die, glaub' ich, die kriegt man geschenkt.
00:15:26: Die kann man sich gar nicht da arbeiten!
00:15:29: Weil sie ihre Mutter erwähnt haben.
00:15:30: Ihre Mutter hat ja auch alle die spät noch mal das Leben geändert, hat sich scheiden lassen, ist zu ihnen nach Wien gezogen und hat dann wieder gearbeitet.
00:15:38: oder hat sie immer durchgearbeitet?
00:15:40: Die
00:15:40: hatte nicht Gold gehabt.
00:15:42: Der hat einmal in der Woche ihrer Schwester, die so ein Promi-Lokal gehabt.
00:15:47: Das Obwald und Kalb
00:15:48: genau!
00:15:49: Und da hat sie halt es in der Küche gestanden und hat Gesellschaft gehabt.
00:15:53: und sie hat sich die Salaterin genannt weil sie durfte den Salat machen.
00:15:58: Es ist so ein lustiger Ausdruck, den habe ich gar nicht gekannt und sie hat das ganz mit vollem Stolz gesagt auf die Frage was sie denn macht.
00:16:07: Ich bin Salaterin!
00:16:09: Das ist so
00:16:10: lieb.".
00:16:11: Und weil wir auch im Vorgespräch kurz darüber gesprochen haben Sie sind von einem sehr sicheren Top dann Fulltime in einen anderen Shop gewechselt und die Schauspielerei ist ja nicht so sicher.
00:16:23: Man weiß ja nie, wann das nächste Engagement kommt und kann ja auch selten durchgehend arbeiten.
00:16:27: Und sie schreiben in ihrem Buch auch über die Stehzeit.
00:16:30: Ich kenne auch Steh-Zeit.
00:16:31: bei mir hieß es Arbeitslos.
00:16:33: Es war für mich eine extrem schwere Zeit Mein Selbstmuss im Keller.
00:16:39: Wie ist es ihnen gegangen?
00:16:40: oder lernt man in der Schauspielerei damit umzugehen?
00:16:43: Ja Null und
00:16:44: Zwolle, dann
00:16:45: lernt man damit umzugehen.
00:16:47: Ich bezeichne sie als meine Spaghettizeit.
00:16:49: Ich kann mich erinnern, dass ich freundlich ist.
00:16:52: Nachdem wir telefoniert
00:16:53: haben und ich gesagt habe, du, ich hab Kakao, die kriegt nichts, das ruft
00:16:57: keiner an,
00:16:58: ist er mit ein Kilo Nudeln vor der Tür gestanden.
00:17:02: Unvergesslich!
00:17:04: Und es war dann meine Nudelzeit, weil es hat gegeben Nudlen mit Besten und Nudelen.
00:17:12: Ich war sehr einfallsreich.
00:17:13: Das war meine Nudelzeit, weil ich wirklich kein Geld gehabt habe.
00:17:17: Aber es hat nicht lange gedauert und dann ist wieder was gekommen.
00:17:23: Ich hatte aber keine Standesdünkel gehabt, irgendwas zu arbeiten.
00:17:27: Weil wir vorhin gesprochen haben, was soll man als Brotberuf arbeiten?
00:17:35: Alles.
00:17:36: Ich wäre zum Ströggang an, wenn das länger angehalten hätte diese Arbeitslosigkeit.
00:17:42: Warum nicht?
00:17:43: Weil meiner Meinung nach egal welchen Beruf man ausübt, man lernt in jedem Beruf was und es wirkt sich dann gut für den sogenannten Traumberuf aus.
00:17:56: Ja war sehr viel gelernt im AKH.
00:17:59: Also man wird demütig, wenn man sieht dass an die Krebskranken mit den Infusionsschläuchen in der Früh entgegen kommen oder man lernt die Gemeinschaft zu schätzen.
00:18:12: Ich bin ja ein einziger Kind und kein guter Teamplayer aber dort habe ich es lernen müssen.
00:18:19: Apropos Teamplayer, weil Sie erzählt haben, sie sind auch im AKH öfter früher gegangen.
00:18:24: Da sind die, die immer im Team jetzt nicht so gerne am Markt gehen oder später kommen oder wo die anderen was fertig machen müssen.
00:18:31: aber da gab es keine Probleme.
00:18:33: Da haben die Kollegen übernommen, weil sie wussten... Die
00:18:35: habe ich gern gehabt glaube ich.
00:18:36: Ich hab zwar zwei Feindinnen gehabt, aber die
00:18:38: sind überlaufen worden von meiner Feingemeinschaft.
00:18:43: Ich habe ja oft laut
00:18:45: gesungen zum Gaudium
00:18:47: allen auch.
00:18:51: Es gibt ja auch langweilige Arbeiten, so wie was ich nicht.
00:18:55: Irgendwas schütteln oder Röhrchen beschriften und da habe ich unter dem Pult mein Text gehabt in dieser Parallelwelt.
00:19:04: Was würden Sie Menschen raten die auch überlegen ihren Brotberuf aufzugeben um endlich ihren Talent nachzugehen?
00:19:13: Weil wie Sie das erwähnt haben, diese Selbstständigkeit oder auch ein anderer Beruf wo man nicht regelmäßig Geld verdient.
00:19:22: Was würden Sie dir denn raten?
00:19:24: Sollen sie sich das Trauen ihrem Talent nachzugehen oder macht es nicht für jeden Sinn?
00:19:29: Ja ich würde raten... Das würde ja auch meinen Enkelkindern raten auf jeden Fall irgendeine Sicherheit haben also zu haben entweder reich heiraten Oder Erben oder einen Brotberuf
00:19:46: zu haben.
00:19:47: Das Letztere ist das einfachste, weil das andere klappt nicht immer?
00:19:51: Ich weiß!
00:19:52: Aber nur zu sagen so jetzt bin ich Schauspielerin und malerin, das geht nicht.
00:19:59: Also man kann es probieren in vielleicht von tausend Malen gelingt einem Menschen das kontinuierlich zu halten.
00:20:09: Es geht ja nicht darum dass man einmal ein tolles Film macht.
00:20:12: Es geht um die Kontinuität, also ich weiß wovon ich spreche.
00:20:17: Man muss durchgehend Leistungen erbringen dann wird man auch bis jetzt.
00:20:23: Jetzt habe ja ein Angebot gekriegt in der Staatsoper.
00:20:27: Also das spricht doch dafür dass sich die Kontinentät gewahrt hat.
00:20:33: nur um das geht.
00:20:34: und ich würde auch jeden raten Wenn es um den Brot-Beruf geht, keine Standesdünkel zu haben.
00:20:41: Egal was man macht!
00:20:43: Wenn sie sich zeitmäßig ausgeht mit dem Traumberuf unbedingt machen... Weil mir kommt vor, ich kann nur von mir als Schauspielerin... Man spielt entspannter
00:20:56: wenn man weiß die Miete ist so... Kann nicht zahlen
00:21:01: und das Telefon kann nicht zahl'n und alles andere ist erwuscht.
00:21:04: Aber Man ist entspannter.
00:21:07: Wenn man nur mit seinem Traumberuf dahin wurstelt, kann man unter Umständen unsicher sein und nicht selbstbewusst.
00:21:19: Wann hatten Sie das Gefühl in der Schauspielerei?
00:21:21: Jetzt habe ich es geschafft!
00:21:22: Jetzt werde ich mir nie wieder einen Brotberuf suchen müssen.
00:21:25: Gab's da so einen Moment oder eine bestimmte Serie ... Sie haben ja auch mit Helen Mirren zum Beispiel gedreht.
00:21:30: Ich meine, das sind schon Augenblicke wo man sich denkt jetzt aber... Jetzt aber hallo, jetzt aber hallowood.
00:21:38: Ja?
00:21:41: Weiß nicht, das ist so eine romantische Frage, aber das habe ich nie
00:21:47: gehabt.
00:21:48: Also bis heute muss man immer dranbleiben
00:21:52: und immer
00:21:53: arbeiten und sich die Sachen anschauen, die man gemacht hat und es gibt immer Verbesserungen.
00:22:01: Also ich könnte nie sagen, jetzt habe ich es geschafft.
00:22:04: Weil ich weiß genau... Ich könnte noch besser sein!
00:22:10: Das hört nicht auf.
00:22:12: Warte eigentlich, dass man sich nicht immer zurücklehnen kann und sagt also ich finde mich ganz gut?
00:22:16: Nein,
00:22:18: nein.
00:22:18: Ich find mir gut aber ich weiß nur genau, dass ich noch besser seien könnt.
00:22:23: Das denken Sie sich immer im Nachhinein wenn sie dann den Film sehen oder die Serie?
00:22:26: Ich denke immer allgemein, man darf sich nicht so zurücklehnern, zurücklehne geht
00:22:33: Geht nicht.
00:22:35: Welche Werte, was Berufswahl betrifft haben Sie im Sohn weggegeben?
00:22:39: Weil ich fand es sehr spannend in Ihrem Buch nachzulesen, dass er ja auch zuerst Wirtschaft studiert hat und dann erst Regisseur wurde.
00:22:45: War das so ... weil's in der Familie üblich ist, dass man zuerst einen Brotberuf lernt?
00:22:50: oder haben sie gesagt, da soll was gescheites lernen?
00:22:51: Weil das ist ja etwas, was in Eltern ganz oft drinnen ist.
00:22:54: Lernst du erstmal was Gescheites!
00:22:55: Ja, also nachdem es ja bei mir sehr unangenehm gelaufen ist, diesbezüglich habe ich meinem Sohn überhaupt nichts gesagt.
00:23:03: Wie ist er dann auf Wirtschaft gekommen?
00:23:04: Ich meine der Mannes-Regisseur an sehr kreativ!
00:23:06: Ich
00:23:06: weiß das nicht, ich weiß es nicht.
00:23:08: Er hat nur gesagt um... ich hab jetzt die Aufnahmsprüfung für dieses Wirtschaftsdenks gemacht.
00:23:14: und ich habe gesagt auch so interessant wieso?
00:23:16: Wirtschaft ist ja Urfahrt.
00:23:19: Ja, ich mach' das.
00:23:21: Und
00:23:21: dann hat er seine Magisterarbeit in Filmfinanzierung in
00:23:26: Europa
00:23:27: gemacht.
00:23:27: Und da habe
00:23:28: ich
00:23:28: schon die Lunte gerochen,
00:23:30: ja auch schon.
00:23:32: Ja sicher sonst hätte er das nicht geschrieben.
00:23:34: Er war immer bei meinen Theatervorstellungen im Publikum und hat mitgefilmt aber da hab' ich mir nichts gedacht dabei.
00:23:44: Da hab' man nicht gedacht dass er jetzt Regisseur wird oder so.
00:23:48: Ich glaube eher auch nicht.
00:23:49: es war ein Spaß für ihn.
00:23:51: Und dann hat er mir einmal aus Polen angerufen und gesagt, ich habe mich jetzt beworben im Polen auf der Filmakademie.
00:23:58: Ich müsste aber Polnisch lernen!
00:24:00: Der Anruf kam aus Poln, also der hat das alles selber gemacht ohne mein Zutun oder meine Beziehungen alles selber.
00:24:13: Dann hat er in Hamburg Regie studiert.
00:24:16: Können Sie das Bedürfnis aber verstehen von Eltern, die meinen die Sicherheit ist wichtiger für ihre Kinder als jetzt vielleicht das Talent zu fördern?
00:24:22: Weil es ist ja nicht nur etwas was in ihrer Generation passiert ist.
00:24:25: Ich kenne auch wesentlich jüngere Menschen, die von ihren Eltern gehört haben lernen erst mal was gescheites.
00:24:29: Ich habe ein Interview gemacht mit Marina Herrmanns, jeder der Designerin.
00:24:34: Die hat auch erst Wirtschaft studieren müssen weil er hieß es auch mal was Gescheites!
00:24:36: Allerdings ist das sicher auch der Grund warum sie danach des Designers erfolgreich wurde, weil sie von Anfang an wusste wie man skaliert zum Beispiel
00:24:43: Ja, und das war auch beim Arwen-Saal in Hamburg.
00:24:46: Haben sich auch hundert beworben an der Uni für eine Regie und zwölf haben es genommen.
00:24:56: Und sie haben deswegen genommen weil seine Magisterarbeit Filmfinanzierung in Europa war.
00:25:03: Also es
00:25:04: greift
00:25:05: eines ins andere über.
00:25:07: was ich aber raten würde ja Da kann ich nicht objektiv sein, weil für mich das wirklich schwierig war in den Anfangszeiten.
00:25:21: Na, lieber den Träumen nachgehen, ein paar Jahre probieren, schauen, ob man wirklich brennt und dann noch was anderes machen?
00:25:31: Weil die Zeit geht schon hinten ab!
00:25:36: Ich bin jetzt nicht so ein Sicherheitsdenker, ich persönlich.
00:25:41: Was meinst du mit der Zeit geht einem hinten ab?
00:25:44: Wenn man zu spät anfängt, so wie ich zum Beispiel.
00:25:47: Mir fehlen viele Rollen die aber jetzt nicht mehr spielen kann weil ich zu alt bin.
00:25:53: Wissen Sie?
00:25:53: Es fördert an vielen...
00:25:54: Wir fehlen um Erfahrungen in diesen Rollen aufgebaut zu haben oder...?
00:25:58: Naja ihr war sehr spät angefangen mit nur Schauspielerin zu sein und wenn man ab zwanzig Schauspillerin ist dann hat man mehr Rollen zu erledigen und ein breiteres Spektrum.
00:26:12: Und das tut mir leid, dass ich das nicht hab'.
00:26:17: Also die Zeit
00:26:19: nach hinten fehlt mehr!
00:26:20: Aber Sie haben doch gefühlt alles aufgeholt?
00:26:23: Das ist sehr nett, dass sie das sagen.
00:26:26: Wahrscheinlich stimmt es
00:26:30: ja.
00:26:31: Weil Sie beides gemacht haben... Ich habe das in meinem Bekanntengras Roma erzählt und alle Frauen waren hellhaft begeistert weil immer mehr auch überlegen ob man das so aufteilen kann.
00:26:39: Traum- und Brotberuf.
00:26:41: Was würden Sie sagen, wann ist im Leben die Zeit gerade im Berufsleben vom Durchhalten?
00:26:47: Und wann ist es die bessere Option zu sagen ich gehe und veränder mich.
00:26:51: Das kommt auf die erstens auf die wirtschaftliche Situation an.
00:26:56: Es kommt darauf an ob man Kind will oder nicht.
00:27:01: Und es kommt auch drauf an, ob man im Elternhaus ein Freund... Ja, ein Freund hat deren Versteht.
00:27:15: Also allein da sich durchzustellen ist sehr schwierig.
00:27:22: Mein Traum wäre es, dass die Eltern einen unterstützen wenn sie merken, ÖH geht sich nicht aus mit dem Traumberuf.
00:27:34: Mach was anders das wär mein.
00:27:37: aber dazu gehört viel Geld.
00:27:40: Aber ich glaube, ich habe Ihre Frage nicht beantwortet.
00:27:43: Doch schon!
00:27:44: Ich würde es einfach interessieren, weil sie so beides kennen und Sie sagen, Sie gehen Ihrer totalen Leidenschaft nach aber Sie können auch das durchhalten.
00:27:51: Und ich kenne zum Beispiel auch beides im Job.
00:27:53: Ich hab in manchen Jobs wirklich durchgehalten, weil manchmal wurden die besser.
00:27:59: oder haben wir gedacht am Anfang holpert's immer ein bisschen und dann wirds besser.
00:28:03: Aber mittlerweile bin ich auch zum Beispiel an einem Alter wo ich sage, ich muss mich mit durchhalten, denn ich weiß sehr schnell... Was das Richtige für mich ist und was nicht.
00:28:12: Das mit dem Durchhalten ist schon schwierig, aber durchhalten kann man ja nur ...
00:28:18: Wenn mein Ziel vor Augen hat?
00:28:21: Obwohl ich mir manchmal gedacht hab, da stehen so die Röhrchen vor einem, ich wisch sie jetzt am Boden und gehe heim!
00:28:31: Und lustigerweise hat das eine Kollegin gemacht, die es dann eigentlich verdorne in die Psychiatrie.
00:28:39: und frühpensioniert waren.
00:28:41: Und ihr immer gedacht schaut, dass ich das nicht gemacht
00:28:43: habe.
00:28:44: Wären Sie auch gern frühpentioniert worden?
00:28:47: Naja, früh pensioniert um dann Theater zu spielen.
00:28:51: Naja sicher!
00:28:55: Wer würde die finanzielle Sicherheit nehmen gewesen sein?
00:28:58: Nja ja sicher klar.
00:29:00: Ich weiß gar nicht was aus der Worten ist aber...
00:29:03: ...ich war
00:29:03: fasziniert von dieser Aktion die natürlich sehr undiszipliniert ist, weil dann müssen die Patienten nochmal kommen, noch einmal Blut abnehmen.
00:29:16: Aber ich hab sie schon verstanden irgendwo.
00:29:19: Ein Akt von absoluter Frustration auch?
00:29:22: Ja!
00:29:24: Das habe ich nicht gehabt, weil ich wusste, ich muss mein Kind ernähren und irgendwann wird es gut alles.
00:29:31: Und ich habe ja zwischendurch immer Theater gespielt und das hat mir wieder Kraft gegeben.
00:29:38: Frau Krenn, wir kommen jetzt schon langsam zum Schluss.
00:29:40: Aber in Ihrem Buch beschreiben Sie auch eine Person ... Oh Gott!
00:29:45: Jetzt ist mir der Name grad nicht geläufig.
00:29:46: Aber so ein Mentor, der sie auch ans Theater, zum Theater also mal geholt hat?
00:29:51: Karl Wielandscheck
00:29:52: war das.
00:29:53: Genau.
00:29:54: Braucht jeder im Leben die eine Person, die einen vielleicht noch mal einen Ruck gibt bei in so einer Situation wie Ihrer?
00:30:01: oder glauben Sie, dass sich das sowieso ergeben hätte wenn Sie einfach nur daran geblieben mit Ihrer hartnäckigkeit?
00:30:08: Ja, ich glaub
00:30:09: ...
00:30:10: Ob man es braucht, kann das nicht beurteilen.
00:30:12: Es hat sich bei mir so ergeben und dafür bin ich dem Schicksal dankbar.
00:30:17: Sonst würde ich heute noch bipetieren im AKH.
00:30:19: Aber ja, es braucht so eine Person, der anstohlte einen an.
00:30:28: Hoppetler!
00:30:28: Mein Hund
00:30:29: hustt.
00:30:29: Für alle die nicht gesehen leiden liegt ein Hund.
00:30:32: Der Hund von der Frau Grenis.
00:30:33: Wie heißt der Hund?
00:30:35: Louis.
00:30:39: Wenn jetzt Leute zuhören, die ihren Lebensweg spannend finden.
00:30:43: Wann sagen sie ist der richtige Moment zu sagen ich mache es jetzt?
00:30:48: Ich gebe einen gut bezahlten Top oder einen sicheren Top auf!
00:30:54: Den Moment gibt's nicht
00:30:56: weil wenn
00:30:57: man einen sogenannten Traumberuf hat das ist wie ein Pfeil der abgeschossen wird oder wie dass die Chinesen sagen wieder da rote Faden Man muss darauf hinarbeiten.
00:31:10: Aber es gibt keinen zeitlichen Moment, wo man sagt ... Das ist es!
00:31:15: Man muss drauf hinarbeiten mit einer unheimlichen Konsequenz.
00:31:20: Ich glaub die KonseQUENZ ist das Zauberwort nicht der Zeitpunkt.
00:31:26: so und jetzt passiert
00:31:28: was, glaube ich.
00:31:30: Würden Sie Ihre Karriere im Nachhinein sagen?
00:31:32: Das waren außer ein paar Irrwege oder war's eigentlich schon immer die Zielgerade?
00:31:37: Es war immer die Zielgerade, weil diese paar Steps links rechts und links rechts gehören dazu.
00:31:43: Es gibt keine stringente Zielgeraden, es gibt immer links rechts, links rechts aber der Hauptpfeil muss bleiben.
00:31:53: Das heißt alle Leute, die uns jetzt zuhören oder das Gefühl haben sie befinden sich auch auf Umwegen, sie sind möglicherweise schon auf der Zielgeradens.
00:32:00: Sehr richtig!
00:32:01: Besser könnte ich's nicht sagen.
00:32:02: Wunderbar.
00:32:03: vielen Dank für dieses schöne Gespräch vor Grenen.
00:32:05: Danke auch
00:32:29: Cut.
00:32:34: Proziert
00:32:35: das Pott, deine Podcast-Agentur.
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